Die nächsten Veranstaltungen 



  

Wir laden herzlich ein zur Eröffnung einer neuen Ausstellung am
 
Sonntag, 26.02.2012 um 14.30 Uhr:


Sonderausstellung & Vortrag über
 „Archäologischen Funde bei Weißkollm 2008“


Bei archäologischen Grabungen bei Weißkollm wurden mehrere 2700 Jahre alte Grabstellen mit Keramiken gefunden und uns vom Landesamt für Archäologie in Dresden
für unsere Sonderausstellung zur Verfügung gestellt.

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Wir treffen uns —bei Kaffee & Kuchen — im Zejler-Smoler-Haus in Lohsa
-Am Markt 7 –



Handrij Zejlers Lebensstationen jetzt als Lohsaer Ansichtskarten

  Kerstin Petri im Zejler-Smoler-Haus zeigt stolz zwei zweisprachige Ansichtskarten von Lohsa. Sie zeigen die Lebensstationen des Pfarrers, Dichters, Landwirts und Publizisten Handrij Zejler (1804-1872). Von 1835 bis 1872 lebte er in Lohsa.
 

Die beiden Ansichtskarten runden unser Tourismusangebot „Lebensstationen Handrij Zejlers“ ab. Es entstanden bereits ein Faltblatt sowie fünfsprachige Informationstafeln in Deutsch, Sorbisch, Polnisch, Tschechisch und Englisch. Sie hängen heute am Zejler-Smoler-Haus, am Pfarrhaus, am Handrij-Zejler-Denkmal, an der Kirche sowie am Grab Handrij Zejlers.

 

Die neuen Ansichtskarten gestaltete Dorothea Menges aus Litschen Sie enthalten auch das Logo der sprießenden Linde aus dem Tintenfass, das der Krebaer Web-Designer Christoph Neumann entworfen hat. Es symbolisiert den Stellenwert Handrij Zejlers und seines Schaffens in Lohsa: „Wiedergeburt durch Dichtung“ — Wiedergeburt durch Schreiben“.



Die Postkarten erscheinen in geringer Auflage. Erwerben kann man sie zu den Öffnungszeiten des Zejler-Smoler-Hauses, montags und donnerstags 10-12 Uhr und 13-17 Uhr.

















Rückblick auf die vergangenen Veranstaltungen 
 


Zum fünften Mal „Serbski wječor — Sorbischer Abend“
am 3.Februar 2012 im Zejler-Smoler-Haus Lohsa
 

Lohsa kann zu Recht stolz sein auf seine sorbischen Wurzeln. Dazu gehört auch der vor 100 Jahren gegründete „Wendische Verein Handrij Zejler für Lohsa und Umgebung“.
Dies unterstrich Slawist, Volkskundler und Übersetzer Dr. Siegmund Musiat aus Bautzen am Freitag zum fünften Sorbischen Abend im Zejler-Smoler-Haus. Mehr als 30 Gäste aus Lohsa und Umland waren gekommen.


Hasso Geißler (Technik) sowie Katrin Goering, Rosemarie Kloss und Monika Aust (in Lohsaer sorbischer evangelischer Tracht) umrahmten das Programm mit Liedern von Handrij Zejler, Jan Paul Nagel und Jurij Winar. Sie erhielten dafür starken Beifall.




Siegmund Musiat würdigte den am 31. Dezember 1911 entstandenen „Wendischen Verein Handrij Zejler für Lohsa und Umgebung“. 200 Einwohner traten auf Anhieb ein. Selten gab es einen so massiven Zuspruch wie damals in Lohsa. Erster Vorsitzender 1911 war Gustav Wirth, Eisenbahnassistent aus Ratzen. Ab 1913 war er Bahnhofsvorsteher in Lohsa. Im Vorstand des Vereins engagierten sich unter anderem Kaufmann Jan Haješ (als Schriftführer), Gutsbesitzer Paul Schneider (Pawoł Krawc) (als Bibliothekar) sowie Schuhmachermeister und Ortsvorsteher Karl Bläsche (Korla Błažij). Zunächst gehörte der Verein als Abteilung zum Wendischen Bauernverein Hoyerswerda. Seit dem 28. Dezember 1913 war er selbständig. Weitere Vorsitzende waren seit 1913 Karl Bläsche, seit 1922 Landwirt Jan Roblik und seit 1931 Jan Haješ. Dieser war Mitgründer der Domowina 1912 in Hoyerswerda. Er wurde später Vorsitzender des Domowina-Kreisverbandes Hoyerswerda. Zu den sehr aktiven Vereinsmitgliedern zählte die Volksschriftstellerin und Dichterin Hańža Budarjowa (Budarka), Ehefrau eines Eisenbahners in Lohsa. Zum Verein gehörten ein Chor und eine Theatergruppe. Vereinslokal war das Gasthaus Šołta in Lohsa. „Mit gemeinsamen Kräften übten die Mitglieder sorbische Theaterstücke ein. Sie gaben auch Gastvorstellungen in den umliegenden Orten“, unterstrich Siegmund Musiat. In seinem 2001 im Domowina-Verlag herausgegeben Buch „Sorbische / Wendische Vereine 1716-1937“ beschrieb er die Entstehung und Entwicklung des Lohsaer Vereins. Dessen Gründung erwies sich als nachhaltiger Erfolg. Es gelang in kurzer Zeit, der sorbischen Umgangssprache wieder öffentliche Geltung zu verschaffen und den sorbischen Gesang im Gottesdienst zu erneuern. 1930 organisierte der Verein das Jahrestreffen des Domowina-Kreisverbandes in Lohsa. 1931 beteiligte er sich an der Spendensammlung für das Handrij-Zejler-Denkmal auf dem Lohsaer Markt. Anfang 1932 waren die Mitglieder auf die Arbeit der Jugendlichen besonders stolz, denn 80 Prozent der Sänger und Laiendarsteller waren Jugendliche. In Bereichen wie Politik, Wirtschaft / Kreditwesen, Bildung, Religion, Musik, Theater, Brauchtum sowie Geselligkeit / Kontakte engagierte sich der Verein.

Doch er hatte auch Feinde. „Die lokale deutsche Öffentlichkeit reagierte gereizt“, schrieb Siegmund Musiat in seinem Buch. „Und zwar umso mehr, als der Pfarrer und der Lehrer sich bald vom Verein distanzierten und die behördlich erwünschte Germanisierungspolitik in Kirche und Schule unterstützten.“ Seit 1933 ließ die Tätigkeit im Verein merklich nach. Wie die Domowina wurde er 1937 von den Nazis verboten. Was bleibt, ist der Stolz auf das Geleistete und auf die sorbischen Wurzeln. „Ich freue mich über das tiefe Verständnis für die sorbische Tracht“, unterstrich der Gast Freitagabend im Zejler-Smoler-Haus. „Ich freue mich, dass die Achtung vor den Traditionen in Lohsa weiterlebt.“









Zum Ausklang sangen alle gemeinsam Handrij Zejlers Lied „Hanka, budź wjesoła“.

Andreas Kirschke

 


2011

Glocken aus aller Welt erfreuen zur Adventszeit  

Eröffnung der Weihnachtsausstellung am 27. 12. 2011

Sie stammen aus aller Welt. Sie verblüffen durch ihre Vielfalt an Formen, Materialien, Klängen und Verwendungen. Über 300 Glocken – zusammengestellt aus Leihgaben – zeigt die Weihnachtsausstellung, die am Sonntag im Zejler-Smoler-Haus eröffnet wurde.

„Damit beschließen wir ein arbeitsreiches Jahr. Viele Veranstaltungen zeigten, wie wertvoll unser Verein für das kulturelle Leben in der Gemeinde ist“, unterstrich Werner Thomas, Mitgründer des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus, zur Eröffnung. Weit über 40 Gäste aus nah und fern waren gekommen.

 

 

 




Ein Freizeit- und Freundeskreis von Schülern und Eltern erfreute zu Beginn mit Liedern und Gedichten. „Feliz Navidad“ (Frohe Weihnachten), „Jingle bells“, „Kling Glöckchen, kling“, „Wandern durch den weißen Winterwald“ und weitere Melodien erklangen. Langfristig hatten die Schüler Aaron Bieder und Sophie Walter (aus Reichwalde), Anna Weise (Förstgen), Elin und Elias Vater (Klitten) sowie Pauline Bartsch (Neudorf / Spree) mit den Eltern den Nachmittag vorbereitet. „Seit September schon proben sie“, schilderte Mutter Diana Vater aus Klitten.


 

 Die Ausstellung erläutert Ursprünge der Glocken. Sie schildert Näheres über Glocken & Weihnachten, Glocken & Literatur sowie Glocken & Architektur. Allein 182(!) Exponate kamen als Leihgaben von Elke Jablonski aus Weißkollm. Seit 1990 sammelt sie Glocken. „Es sind selbst gekaufte Glocken. Von der Familie und von Freunden geschenkte. Aus dem Urlaubte mitgebrachte. Oder vom Flohmarkt erworbene“, schilderte sie stolz. „Sie alle haben wunderbare Klänge.“ Aus Deutschland, Polen, Tschechien, Niederlande, Frankreich und USA stammen ihre Glocken. Mit ausgestellt ist auch ein Exemplar ihrer Enkelin Kennara (8) aus Berlin. „Sie hat es im Keramik-Zirkel geformt“, so Elke Jablonski. „Über diese Glocke habe ich mich am meisten gefreut.“   







 


 




 



Besondere Attraktion der Ausstellung ist eine Bronze-Glocke aus Weißkollm. 135 Kilogramm wiegt sie. Ursprünglich entstand sie 1643 als eine der drei Lohsaer Glocken. 1843 mussten diese wegen schwerer Schäden abgenommen werden. Die Glockengießerei Friedrich Gruhl in Kleinwelka goss die drei Glocken um. Sie wurden später durch Pfarrer Handrij Zejler in Lohsa geweiht. „Bei der kleinen Glocke beträgt der untere Durchmesser 60 cm, Ton: e, Gewicht: 135 kg“, heißt es in der Lohsaer Kirchenchronik von Heinz Menzel. „In lateinischer Druckschrift und in deutscher Sprache sind auf der Glocke folgende Inschriften enthalten: ´ALLES UND IN ALLEM CHRISTUS“ – „DIR IESU LEBEN WIR, DIR IESU STERBEN WIR“. Darüber befindet sich das Brustbild von Melanchthon.“ Die Inschrift auf der anderen Seite lautet: „DIESES GLOCKENGELAEUTE WURDE AUS FREIWILLIGEN BETRAEGEN DER LOHSAER KIRCHENGEMEINDE IM JAHRE 1843 ANGESCHAFFT UND GEGOSSEN VON FRIEDRICH GRUHL IN KLEINWELKE.“ Jene kleine Glocke blieb im Ersten Weltkrieg erhalten. Sie wurde 1935 der Gemeinde Weißkollm zur Einweihung der dortigen Kapelle geschenkt. Doch auch hier verblieb sie nur sieben Jahre. 1942 musste sie für Kriegszwecke abgegeben werden. 1949 spürte man sie zufällig auf dem Glockenfriedhof in Hamburg auf. Sie hatte den Zweiten Weltkrieg überstanden. 1950 kehrte sie auf den Turm der Weißkollmer Kapelle zurück. Sie hing hier fortan neben der 1949 neu gegossenen Glocke. Seit Ende der 1960er Jahre wurde sie nicht mehr geläutet. Sie wies schon Schäden auf. In diesem Jahr wurde sie wegen der Schäden ganz vom Turm genommen. Sonntag, zur Eröffnung der Ausstellung, zog sie im Zejler-Smoler-Haus viele staunende Blicke auf sich.

Die Ausstellung ist jetzt bis Mitte Dezember montags und donnerstags 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, am Adventssonntag 4. Dezember 14 bis 17 Uhr und zum Lohsaer Weihnachtsmarkt am 10. Dezember von 13 bis 19 Uhr zu sehen.
 

Andreas Kirschke

 

 


 

Unsere Veranstaltung am 11. November

war gut besucht. Fast dreißig Einwohner aus Lohsa und der Umgebung wollten das Video sehen, das Dietmar Hörenz vor 20 Jahren, am 19. Oktober 1991, vor und während der Gründung der „Stiftung für das sorbische Volk“ gedreht hatte. Konnte man doch nicht nur die Prominenz anschauen, die damals per Hubschrauber nach Lohsa eingeflogen wurde — Angela Merkel, Kurt Biedenkopf, Manfred Stolpe —, sondern viele Details des damaligen Lohsa, und manch einer konnte sich selbst wiederfinden und feststellen, dass er zwanzig Jahre älter geworden ist. Und zu sehen war, wie sehr sich der Lohsaer Marktplatz in zwanzig Jahren verändert hat!

Ein spannendes Zeitdokument ist Dietmar Hörenz’ Film heute, ein Zeitdokument von bleibendem Wert.

Der zweite Teil des Abends gehörte unserer neuen Broschüre: „Neu Lohsa. Erinnerungen an die verlorene Heimat.“ 
 
1943 bis 1947 ging der Ortsteil Neu Lohsa durch den Tagebau Werminghoff II für immer verloren. Nur noch drei Höfe stehen.

Vereinsvorsitzender Reinhardt Schneider stellte die Broschüre vor, nach „Neida“ und „Buchwalde“ die dritte in dieser Reihe, und dankte allen, die bei der aufwendigen Zusammenstellung und Herstellung geholfen haben: Andreas Kirschke (Interview mit Zeitzeugen, Übersetzungen), Elke Nagel (Artikel über sorbisches Leben in Neulohsa und über Agnes Buder; Nachdichtungen ihrer Gedichte; Redaktion), Christoph Neumann (Umschlaggestaltung), sowie Manfred Ladusch, Heinz Menzel, Waltraud Springer, Johanna Konz, Werner Sroka und Udo Steglich. Er selbst hatte die Hauptarbeit geleistet, sowohl beim Sammeln und Bearbeiten der Bilder, bei den Artikeln über Teichwirtschaft, Abbaggerung, Demontage der Förderungsmaschinen und andere Einzelheiten wie Post und Gaststätte, aber nicht zuletzt auch bei der Organisation von Druck und Bindung.

 

Die Broschüre enthält sehr viele Bilder; mancheiner kann seine Vorfahren darin wiederfinden, aber auch die Bilder zur Demontage der Lohsaer Braunkohlenförderung nach 1945 werden viele noch niemals gesehen haben.
Viele Besucher wollten zum Schluss der Veranstaltung die 104-seitige Broschüre erwerben.
 

Sie ist ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 5, - € im Zejler-Smoler-Haus erhältlich.

 

 


20 Jahre Stiftung für das sorbische Volk 

Festakt in der Lohsaer Kirche am 19. 10. 2011

Rund 400 Gäste waren am Mittwochabend zum Festakt „20 Jahre Stiftung für das sorbische Volk“ in die Lohsaer Kirche gekommen. Eingeladen hatten der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V., die evangelische Kirchengemeinde, die Kommune und das Sorbische Nationalensemble Bautzen. Als Ehrengast begrüßten wir Horst Wehner, Vizepräsident des Sächsischen Landtages. Auch viele Lohsaer und viele engagierte Sorben aus Lohsa und der Umgebung nahmen teil.

  
 

„Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor den Mitmenschen, aufrechter Gang und die Freude an der Heimat – all dies hat sorbische Identität immer geprägt“, so begrüßte Pfarrer Matthias Gnüchtel die rund 400 Gäste. „Lebendige Tradition heißt vor allem, die Sprache zu bewahren.“

Ein 20minütiger Film erinnerte an die Entstehung der Stiftung, in der Lohsaer Kirche am 19. Oktober 1991 unterzeichnet von Vertreter aus Bund, Sachsen und Brandenburg. Steinig und schwierig war der Beginn. Es gab wichtige Grundsatz-Entscheidungen. Dazu gehörten die gemeinsame Verwaltung der bereitgestellten Haushaltsmittel, die Privatisierung des Domowina-Verlages, der Aufbau und die Eröffnung des Wendischen Museums in Cottbus und die Verleihung des neuen Ćišinski-Preises.

 
Helene Theurich, heutige Stiftungsratsvorsitzende, würdigte die Arbeit Ludmila Budarjowas, der ersten Stiftungsratsvorsitzenden 1991 bis 1995. Die heutige Vorsitzende erinnerte an die Umstrukturierungen in sorbischen Institutionen, an die Sparzwänge. Denn seit 2001 fuhr der Bund seinen Anteil am Stiftungsetat zurück. Auch Brandenburg kürzte seinen Anteil. Konstant blieb der Anteil Sachsens. Dafür dankte die Vorsitzende nachdrücklich. Sie erinnerte an die Uraufgabe der Stiftung: Der Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur. „Wir wollen die sorbische Sprache in die Zukunft tragen. Um ihre Anwendung im Alltag müssen wir uns kümmern – in den Familien, in den Vereinen und in den Einrichtungen“, unterstrich sie.

Ein kraftvolles, bewegendes Festkonzert folgte. Chor und Orchester des Sorbischen Nationalensembles unter Leitung der Dirigenten Peter Ziesch und Dieter Kempe musizierten. Mitwirkende waren Marie-Luise Fritzsche (Flöte), Liana Bertók (Klavier), Tobias Witke (Klarinette) sowie Elmira Yakhina (Sopran).

 

Von der Stiftung geförderte Werke erklangen. Dazu gehörten auch Beiträge aus dem ersten Kompositionswettbewerb der Stiftung, aber auch Werke des Litschener Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997). Von ihm erklangen fünf der „Zehn sorbischen Tänze“ für Streichorchester sowie die Vokalgroteske „Mjena zhubjenych wsow“ (Namen begrabener Dörfer).Den Abschluss bildete eine Auftragskomposition der Stiftung: Ein Ausschnitt aus Liana Bertóks kraftvoller Komposition „In Memoriam Korla Awgust Kocor“ für Chor, Orchester und Sopran-Solo.

„Die Lohsaer Kirche hat eine wunderbare, tragende Akustik. Das ist für einen Chor sehr dankbar“, meinte Dirigent Peter Ziesch, der auch Vorsitzender des Bundes sorbischer Gesangvereine ist. Grundsätzlich hat er die Gründung der Stiftung 1991 immer begrüßt. „Wir setzten damals viel Hoffnung in sie. Hoffnung auf Beständigkeit. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Wir sind in einer kritischen Phase angekommen. Stellenabbau und drastische Kürzungen gibt es. Von einer Gesamt-Förderung kann man nicht mehr sprechen. Höchstens noch von einer partiellen Förderung.“
Der Chor des Sorbischen Nationalensembles schrumpfte von 20 auf 16 Stellen. Das Gesamtbudget für sorbische Konzerte wurde gekürzt. Das wird sich unweigerlich auch auf die Arbeit der sorbischen Chöre und Gesangsgruppen auswirken.
Liederpoet und Kabarettist Bernd Pittkunings aus Dissen, seit Jahren lausitzweit für Pflege und Erhalt der sorbischen Sprache engagiert, hat damals den Vertrag zur Gründung der Stiftung für das sorbische Volk mit unterschrieben. Damals gehörte er dem Bundesvorstand der Domowina an. Aus heutiger Sicht sieht er die Entwicklung der Stiftung kritisch. „Ich glaubte nicht, dass die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr dieselbe Summe für das sorbische Volk geben wird“, schrieb er dem Lohsaer Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus. „Meine Bedenken haben sich alle als begründet erwiesen.“ Als Illusion erwies sich seiner Meinung nach vor allem das Vetorecht der sorbischen Vertreter im Stiftungsrat.
Helene Theurich verteidigte in ihrer Festrede die Gründung der Stiftung 1991 als wichtigen Schritt. Legte die Stiftung doch die Grundlagen für die Finanzierung sorbischer Institutionen und Projekte. Nahm sie doch außer Brandenburg und Sachsen auch den Bund mit in die Verantwortung. „Ein gutes Ende ehrt die Mühe“, erinnerte sie an eine sorbische Redensart. „Es war eine gute Idee, eine Stiftung zu gründen.“
 

Andreas Kirschke



Eröffnung der Puppenausstellung und Lesung mit

Andrea Kusche

am 25. September

Fast dreißig Besucher wollten am Sonntagnachmittag die Eröffnung der Puppenausstellung im Zejler-Smoler-Haus erleben. Zunächst gab es Kaffee und Kuchen und zauberhafte Puppengeschichten von Andrea Kusche aus Mortka, denen das Publikum — leider waren nur wenige Kinder darunter — aufmerksam lauschte.

Besonderen Spaß hatten alle an der lustigen Fantasy-Geschichte über die Erlebnisse eines kleinen Jungen mit einem kleinen, vom Regenbogen gefallenen Saurier, der nach Belieben wachsen oder schrumpfen kann; ein viel versprechendes Kinderbuch, das hoffentlich in absehbarer Zeit erscheinen wird; es wäre ein Buch, das unter vielen Weihnachtsbäumen liegen könnte.

 

Anschließend ging es zur Ausstellung in die obere Etage.


Viele unterschiedliche Puppen waren hier auf Tischen und in Vitrinen aufgebaut, von sehr großen bis winzig kleinen in der Puppenstube, dazu gestrickte und gehäkelte Puppensachen von Ingrid Jäkel und Waltraud Schulz aus Lohsa. Man fühlte sich in die Kindheit zurück versetzt, und manch eine der älteren Frauen mag gedacht haben: So eine wunderschöne Puppe hätte ich als Kind auch gern gehabt …
 






Es lohnt sich für


Groß und Klein,












diese Ausstellung


zu besuchen!









 


 

Pfifferling, Parasol und Krause Glucke

 Die Eröffnung der Pilzausstellung im Zejler-Smoler-Haus Lohsa am 11. 09. 11 war rege besucht.

 

Der Pfifferling gehört immer dazu. „Mindestens eine Handvoll. Die gibt die Würze. Ich kenne keinen Pilz, der besser ist“, meinte Wolfgang Handrick aus Hoske. Sonntag gehörte er zu den ersten Gästen der Pilzausstellung 2011 des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im Zejler-Smoler-Haus. Der dortige Förderverein lud dazu ein.

Rund 100 Pilzarten hatten Herbert Schnabel, Einsatzleiter Naturwacht, und sein Kollege Peter Ulbrich Freitag und Samstag für die Ausstellung frisch gesammelt. In den Wäldern bei Uhyst, Klitten, Kreba-Neudorf, Mücka und Dauban fanden sie viele Exemplare. „Wir wollen die Vielfalt der Pilzarten zeigen. Denn es gibt gerade in unserer Region sehr verschiedene Lebensräume“, sagte Herbert Schnabel. „Das reicht von Moor über Wald, Wiese, Heidegebiete, Weide bis zur trockenen Sanddüne. In jedem Gebiet wachsen spezielle Pilzarten.“ Seit über zehn Jahren ist die Ausstellung in Lohsa Tradition. Immer im Wechsel mit der Kräuterausstellung, organisiert sie das Biosphärenreservat. Trotz genügend Wärme und Feuchtigkeit ist 2011 ein durchwachsenes Pilzjahr. „Das mag sicher am Witterungsverlauf liegen. Genau erklären lässt sich das nicht“, meinte Peter Ulbrich. Vor Jahren erwarb er mit Herbert Schnabel beim Lehrgang im Pilzkundemuseum Bad Laasphe (NRW / Kreis Siegen-Wittgen-stein) die Qualifikation zum Pilzsachverständigen. Zwei intensive Kurse belegten sie dort. Artenkenntnis, Genießbarkeit, Verwendbarkeit und vieles mehr über Pilze lernten sie. Heute geben sie ihr Wissen gern bei Ausstellungen weiter. Gibt es doch stets viele Fragen. Leicht verwechselbar sind etwa Lamellenpilze. So sieht der essbare Perlpilz dem stark giftigen Pantherpilz sehr ähnlich. Essbare grüne Täublinge können dem tödlich giftigen grünen Knollenblätterpilz gleichen. Leicht zu verwechseln sind echter und falscher Pfifferling. „Da zweifelt selbst mancher Experte. Da hilft nur genaues Ergründen“, sagte Herbert Schnabel. Verwechselbar sind auch Röhrenpilze wie der essbare Steinpilz und Birkenpilz mit dem sehr bitteren, ungenießbaren Gallenröhrling. Zu raten ist hierbei: nur die Pilze sammeln, die man wirklich sicher kennt. „Wer einen Pilzberater aufsucht, sollte junge und ältere Pilze mitnehmen. Und das im Ganzen“, rät Herbert Schnabel. Ihn selbst faszinieren Pilze schon seit der Kindheit. Immer wieder entdeckt er neue Arten. Oder er findet bekannte Arten nach vielen Jahren wieder. Pfifferlinge, Birkenpilze und Semmelstoppelpilze wachsen dieses Jahr besonders gut. „Es ist wichtig, sich gut zu informieren. Lieber fachgerechten Rat holen, als eine böse Überraschung erleben“, meinte Wolfgang Handrick. Mit Ehefrau Silvia sucht er gern Pilze in den Wäldern bei Kotten oder am Zigeunerbrunnen bei Commerau. Krause Glucke und Pfifferlinge essen sie am liebsten.

 

Gäste wie Gudrun und Fernandes Höfner aus Hoyerswerda bereicherten Sonntag die Ausstellung. Parasole und weitere Pilze brachten sie mit. Seit Jahren sind sie leidenschaftliche Pilzsammler. Dafür fahren sie bis in die Wälder bei Bautzen und bis ins Oberland. 17 Alben mit Fotos stellten sie bereits zusammen. „Ich suche und fotografiere meist Pilze. Meine Frau dokumentiert und katalogisiert sie dann“, erzählte Fernandes Höfner stolz. Sonntag lernte er wie andere Gäste viel Neues. Zu sehen ist die Pilzausstellung noch am 13. September von 9 bis 16 Uhr.

 

Andreas Kirschke

 


 

Unsere Sommerausfahrt nach Görlitz am 27. August 2011

Insgesamt 40 Vereinsmitglieder und Interessierte nahmen an unserer Fahrt teil.  Per Bus ging es nach Görlitz zur dritten Sächsischen Landesausstellung

 „Via regia. 800 Jahre Bewegung und Begegnung“.


Die Ausstellung ist nach den Themen „Fundament“, „Straße“, „Markt“, „Menschen“ und „Ideen“ auf fünf Etagen gegliedert.  

Als „strata regia“, „Hohe Straße“, „Straße des Königs“ wurde die via regia als Handelsstraße erstmals 1252 in Meißener Quellen erwähnt. Sie verband Frankfurt am Main mit Krakow. „Für diese rund 1.000 Kilometer hätte ein gut zu Fuß Reisender damals wohl einen Monat gebraucht“, sagte die Historikerin Beate Löffler, die uns eine Stunde lang durch die Ausstellung führte, und fügte hinzu: „Die via regia war ursprünglich ein Zusammenspiel verschiedener Handelsstraßen. Sie war sozusagen die Verknüpfung von Straßen.“ Auf der „Hohen Straße“ reiste der privilegierte Kaufmanns-Stand. Diese Straße war in besserem Zustand als andere Straßen. Sie war mautpflichtig und mit vergleichsweise guter Infrastruktur versehen. Die „Niedere Straße“ wurde vom einfachen Volk genutzt. Hier gab es keine Maut zu zahlen. 

 

Wissenswert waren die Erläuterungen Beate Löfflers. Archäologische Funde kann man im Untergeschoss des Kaisertrutzes bestaunen. Sie zeigen: bereits Mitte des 13. Jahrhunderts war die via regia eine wichtige Verkehrsachse. Sie führte mitten durch Görlitz hindurch – von der heutigen Neißestraße über Unter- und Obermarkt bis durch den heutigen Kaisertrutz. „Der Fernhandel war ein Luxusgeschäft“, erläuterte uns die Historikerin. „Hier wurden besondere Artikel transportiert. Darin lag ein hohes Geschäftspotential, jedoch auch ein hohes Geschäftsrisiko im Fall des Verlustes.“ Glas, Keramik, Silbererz, Zinn, Kupfer, Salz und vor allem Tuch aus Leinen und Baumwolle transportierten die Kaufleute damals auf der via regia. Das Fass diente als Multifunktions-Verpackung. Deshalb waren Böttcher besonders gefragt, ebenso wie die Tischler.

 


Der Kaisertrutz in Göritz,
eine runde Bastei aus dem späten 15. Jahrhundert.
Hier "trutzte" 1641 die schwedische Besatzung den kaiserlichen Truppen und verhinderte die Eroberung der Stadt.  

 

Görlitz profitierte sehr von der via regia. Vor allem Tuchproduktion und Tuchhandel haben die Stadt reich gemacht. Doch während die Tuchmacher meist arm blieben, profitierten die Tuchhändler umso mehr vom Geschäft. Das zeigte sich sehr am Untermarkt. Dort besaßen Tuchmacher kleinere, die Tuchhändler aber die größeren Häuser.

 

Auf der via regia handelten und wandelten unterschiedliche Gruppen von Personen. So gab es viele individuelle Motive, die die Menschen zum Handeln, zu Bewegung und zum Aufbruch veranlassten. Händler und Fuhrleute war mehr und mehr gezwungen, die via regia als wichtige Verbindung in Mitteleuropa zwischen West und Ost zu nutzen. Entlang der Handelsstraße entstanden später Herbergen, Schmieden, Radmachereien, Kirchen und Hospitäler. Sie machten das Unterwegssein sicherer und bequemer. Außer Kaufleuten nutzen die via regia zum Beispiel auch Könige, Kriegsherren, Ärzte, Generäle, Soldaten, Boten, Postbedienstete, Pilger, Studenten, Handwerker, Bettler, Schausteller und fahrendes Volk. Ungewollt reisten damals oft auch allerlei Krankheitserreger mit.

 

Immer wieder beschreibt die Ausstellung die Motive der Reisenden. Für Kurfürst August den Starken zum Beispiel war es das Streben nach Macht, Reichtum und Anerkennung, das Streben nach der polnischen Krone. Für den Görlitzer Georg Emmerich war es eine Buß-Wallfahrt. Nach einem Verhältnis mit einer Nachbarstochter hatte er sich nicht zu ihr bekannt. Heute verdanken wir Georg Emmerichs Bußreise die originale Nachbildung des Heiligen Grabes von Jerusalem mitten in Görlitz.

 

Unser Fazit: es war ein wissenswerter erster Einblick. Zur Vertiefung muss man wohl mehr Zeit einplanen.

Mit dem Wetter hatten wir nicht wirklich Glück, aber ein wenig vom Görlitzer Altstadtfest konnte in der freien Zeit jeder miterleben, und die historischen Bauten in der Altstadt, wenn sie denn nicht von der Menschenmenge verdeckt waren, konnte man bewundern.

 

Die Chefs im Regen

 


 

Rathaus Görlitz, Treppe



 

 
 Rathausuhren

Ein Dankeschön gebührt Frau Petri für die emsige Organisation, ebenso der Busfahrerin Silvia vom Reiseunternehmen Menzel. Sie brachte uns sicher zur Ausstellung hin und wieder zurück.
















Auf jeden Fall hatten wir viel Spaß!




 

Letzte Aktualisierung: 05.02. 2012

Einen Überblick über die Veranstaltungen der vergangenen drei Jahre finden Sie im Archiv


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