Die nächsten Veranstaltungen
Sonntag, 26.02.2012 um 14.30 Uhr:
Sonderausstellung & Vortrag über
„Archäologischen Funde bei Weißkollm 2008“
Bei archäologischen Grabungen bei Weißkollm wurden mehrere 2700 Jahre alte Grabstellen mit Keramiken gefunden und uns vom Landesamt für Archäologie in Dresden
für unsere Sonderausstellung zur Verfügung gestellt.
.
-Am Markt 7 –
Handrij Zejlers Lebensstationen jetzt als Lohsaer Ansichtskarten
Die
beiden Ansichtskarten runden unser Tourismusangebot „Lebensstationen Handrij Zejlers“
ab. Es entstanden bereits ein Faltblatt sowie fünfsprachige Informationstafeln
in Deutsch, Sorbisch, Polnisch, Tschechisch und Englisch. Sie hängen heute am
Zejler-Smoler-Haus, am Pfarrhaus, am Handrij-Zejler-Denkmal, an der Kirche
sowie am Grab Handrij Zejlers.
Die neuen Ansichtskarten gestaltete Dorothea Menges aus Litschen Sie enthalten auch das Logo der sprießenden Linde aus dem Tintenfass, das der Krebaer Web-Designer Christoph Neumann entworfen hat. Es symbolisiert den Stellenwert Handrij Zejlers und seines Schaffens in Lohsa: „Wiedergeburt durch Dichtung“ — Wiedergeburt durch Schreiben“.
Rückblick auf die vergangenen Veranstaltungen
Zum fünften Mal „Serbski wječor — Sorbischer Abend“
am 3.Februar 2012 im Zejler-Smoler-Haus Lohsa
Dies unterstrich Slawist, Volkskundler und Übersetzer Dr. Siegmund Musiat aus Bautzen am Freitag zum fünften Sorbischen Abend im Zejler-Smoler-Haus. Mehr als 30 Gäste aus Lohsa und Umland waren gekommen.
Zum Ausklang sangen alle gemeinsam Handrij Zejlers Lied „Hanka, budź wjesoła“.
Andreas Kirschke
2011
Glocken aus aller Welt erfreuen zur Adventszeit
Eröffnung der Weihnachtsausstellung am 27. 12. 2011
Sie stammen aus aller Welt. Sie verblüffen durch ihre Vielfalt an Formen, Materialien, Klängen und Verwendungen. Über 300 Glocken – zusammengestellt aus Leihgaben – zeigt die Weihnachtsausstellung, die am Sonntag im Zejler-Smoler-Haus eröffnet wurde.
„Damit beschließen wir ein arbeitsreiches
Jahr. Viele Veranstaltungen zeigten, wie wertvoll unser Verein für das
kulturelle Leben in der Gemeinde ist“, unterstrich Werner Thomas, Mitgründer
des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus, zur Eröffnung. Weit über
40 Gäste aus nah und fern waren gekommen.
Ein
Freizeit- und Freundeskreis von Schülern und Eltern erfreute zu Beginn mit
Liedern und Gedichten. „Feliz Navidad“ (Frohe Weihnachten), „Jingle bells“,
„Kling Glöckchen, kling“, „Wandern durch den weißen Winterwald“ und weitere
Melodien erklangen. Langfristig hatten die Schüler Aaron Bieder und Sophie
Walter (aus Reichwalde), Anna Weise (Förstgen), Elin und Elias Vater (Klitten)
sowie Pauline Bartsch (Neudorf / Spree) mit den Eltern den Nachmittag
vorbereitet. „Seit September schon proben sie“, schilderte Mutter Diana Vater
aus Klitten.
Die
Ausstellung erläutert Ursprünge der Glocken. Sie schildert Näheres über Glocken
& Weihnachten, Glocken & Literatur sowie Glocken & Architektur.
Allein 182(!) Exponate kamen als Leihgaben von Elke Jablonski aus Weißkollm.
Seit 1990 sammelt sie Glocken. „Es sind selbst gekaufte Glocken. Von der
Familie und von Freunden geschenkte. Aus dem Urlaubte mitgebrachte. Oder vom
Flohmarkt erworbene“, schilderte sie stolz. „Sie alle haben wunderbare Klänge.“
Aus Deutschland, Polen, Tschechien, Niederlande, Frankreich und USA stammen
ihre Glocken. Mit ausgestellt ist auch ein Exemplar ihrer Enkelin Kennara (8)
aus Berlin. „Sie hat es im Keramik-Zirkel geformt“, so Elke Jablonski. „Über
diese Glocke habe ich mich am meisten gefreut.“
Besondere
Attraktion der Ausstellung ist eine Bronze-Glocke aus Weißkollm. 135 Kilogramm
wiegt sie. Ursprünglich entstand sie 1643 als eine der drei Lohsaer Glocken.
1843 mussten diese wegen schwerer Schäden abgenommen werden. Die
Glockengießerei Friedrich Gruhl in Kleinwelka goss die drei Glocken um. Sie
wurden später durch Pfarrer Handrij Zejler in Lohsa geweiht. „Bei der kleinen
Glocke beträgt der untere Durchmesser 60 cm, Ton: e, Gewicht: 135 kg“, heißt es
in der Lohsaer Kirchenchronik von Heinz Menzel. „In lateinischer Druckschrift
und in deutscher Sprache sind auf der Glocke folgende Inschriften enthalten:
´ALLES UND IN ALLEM CHRISTUS“ – „DIR IESU LEBEN WIR, DIR IESU STERBEN WIR“.
Darüber befindet sich das Brustbild von Melanchthon.“ Die Inschrift auf der anderen
Seite lautet: „DIESES GLOCKENGELAEUTE WURDE AUS FREIWILLIGEN BETRAEGEN DER
LOHSAER KIRCHENGEMEINDE IM JAHRE 1843 ANGESCHAFFT UND GEGOSSEN VON FRIEDRICH
GRUHL IN KLEINWELKE.“ Jene kleine Glocke blieb im Ersten Weltkrieg erhalten.
Sie wurde 1935 der Gemeinde Weißkollm zur Einweihung der dortigen Kapelle
geschenkt. Doch auch hier verblieb sie nur sieben Jahre. 1942 musste sie für
Kriegszwecke abgegeben werden. 1949 spürte man sie zufällig auf dem Glockenfriedhof
in Hamburg auf. Sie hatte den Zweiten Weltkrieg überstanden. 1950 kehrte sie
auf den Turm der Weißkollmer Kapelle zurück. Sie hing hier fortan neben der
1949 neu gegossenen Glocke. Seit Ende der 1960er Jahre wurde sie nicht mehr
geläutet. Sie wies schon Schäden auf. In diesem Jahr wurde sie wegen der
Schäden ganz vom Turm genommen. Sonntag, zur Eröffnung der Ausstellung, zog sie
im Zejler-Smoler-Haus viele staunende Blicke auf sich.
Andreas Kirschke
Unsere
Veranstaltung am 11. November
war
gut besucht. Fast dreißig Einwohner aus Lohsa und der Umgebung wollten
das Video sehen, das Dietmar Hörenz
vor 20 Jahren, am 19. Oktober 1991, vor und während der Gründung
der „Stiftung für das sorbische Volk“ gedreht hatte.
Konnte man doch nicht nur die Prominenz anschauen, die damals per Hubschrauber
nach Lohsa eingeflogen wurde — Angela Merkel, Kurt Biedenkopf, Manfred
Stolpe —, sondern viele Details des damaligen Lohsa, und manch einer
konnte sich selbst wiederfinden und feststellen, dass er zwanzig Jahre
älter geworden ist. Und zu sehen war, wie sehr sich der Lohsaer Marktplatz
in zwanzig Jahren verändert hat!
Ein spannendes Zeitdokument ist Dietmar Hörenz’ Film heute, ein Zeitdokument von bleibendem Wert.
Der
zweite Teil des Abends gehörte unserer neuen Broschüre: „Neu
Lohsa. Erinnerungen an die verlorene Heimat.“
Vereinsvorsitzender
Reinhardt Schneider stellte die Broschüre vor, nach „Neida“
und „Buchwalde“ die dritte in dieser Reihe, und dankte allen,
die bei der aufwendigen Zusammenstellung und Herstellung geholfen haben:
Andreas Kirschke (Interview mit Zeitzeugen, Übersetzungen), Elke
Nagel (Artikel über sorbisches Leben in Neulohsa und über
Agnes Buder; Nachdichtungen ihrer Gedichte; Redaktion), Christoph Neumann
(Umschlaggestaltung), sowie Manfred Ladusch, Heinz Menzel, Waltraud
Springer, Johanna Konz, Werner Sroka und Udo Steglich. Er selbst hatte
die Hauptarbeit geleistet, sowohl beim Sammeln und Bearbeiten der Bilder,
bei den Artikeln über Teichwirtschaft, Abbaggerung, Demontage der
Förderungsmaschinen und andere Einzelheiten wie Post und Gaststätte,
aber nicht zuletzt auch bei der Organisation von Druck und Bindung.
Sie ist ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 5, - € im Zejler-Smoler-Haus erhältlich.
20 Jahre Stiftung für das sorbische Volk
Festakt in der Lohsaer Kirche am 19. 10. 2011
Rund 400 Gäste waren am Mittwochabend zum Festakt „20 Jahre Stiftung für das sorbische Volk“ in die Lohsaer Kirche gekommen. Eingeladen hatten der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V., die evangelische Kirchengemeinde, die Kommune und das Sorbische Nationalensemble Bautzen. Als Ehrengast begrüßten wir Horst Wehner, Vizepräsident des Sächsischen Landtages. Auch viele Lohsaer und viele engagierte Sorben aus Lohsa und der Umgebung nahmen teil.
„Ehrfurcht
vor Gott, Achtung vor den Mitmenschen, aufrechter Gang und die Freude
an der Heimat – all dies hat sorbische Identität immer geprägt“,
so begrüßte Pfarrer Matthias Gnüchtel die rund 400 Gäste.
„Lebendige Tradition heißt vor allem, die Sprache zu bewahren.“
Ein kraftvolles, bewegendes Festkonzert folgte. Chor und Orchester des Sorbischen Nationalensembles unter Leitung der Dirigenten Peter Ziesch und Dieter Kempe musizierten. Mitwirkende waren Marie-Luise Fritzsche (Flöte), Liana Bertók (Klavier), Tobias Witke (Klarinette) sowie Elmira Yakhina (Sopran).
Von
der Stiftung geförderte Werke erklangen. Dazu gehörten auch
Beiträge aus dem ersten Kompositionswettbewerb der Stiftung, aber
auch Werke des Litschener Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997). Von
ihm erklangen fünf der „Zehn sorbischen Tänze“ für
Streichorchester sowie die Vokalgroteske „Mjena zhubjenych wsow“
(Namen begrabener Dörfer).Den
Abschluss bildete eine Auftragskomposition der Stiftung: Ein Ausschnitt
aus Liana Bertóks kraftvoller Komposition „In Memoriam Korla
Awgust Kocor“ für Chor, Orchester und Sopran-Solo.
Andreas Kirschke
Eröffnung der Puppenausstellung und Lesung mit
Andrea Kuscheam 25. September
Fast
dreißig Besucher wollten am Sonntagnachmittag die Eröffnung
der Puppenausstellung im Zejler-Smoler-Haus erleben. Zunächst gab
es Kaffee und Kuchen und zauberhafte Puppengeschichten von Andrea Kusche
aus Mortka, denen das Publikum — leider waren nur wenige Kinder
darunter — aufmerksam lauschte.
Besonderen
Spaß hatten alle an der lustigen Fantasy-Geschichte über die
Erlebnisse eines kleinen Jungen mit einem kleinen, vom Regenbogen gefallenen
Saurier, der nach Belieben wachsen oder schrumpfen kann; ein viel versprechendes
Kinderbuch, das hoffentlich in absehbarer Zeit erscheinen wird; es wäre
ein Buch, das unter vielen Weihnachtsbäumen liegen könnte.
Anschließend
ging es zur Ausstellung in die obere Etage.
Es
lohnt sich für
Groß und Klein,
diese Ausstellung
zu besuchen!
Pfifferling, Parasol und Krause Glucke
Die Eröffnung der Pilzausstellung im Zejler-Smoler-Haus Lohsa am 11. 09. 11 war rege besucht.
Der Pfifferling gehört immer dazu. „Mindestens eine Handvoll. Die gibt die Würze. Ich kenne keinen Pilz, der besser ist“, meinte Wolfgang Handrick aus Hoske. Sonntag gehörte er zu den ersten Gästen der Pilzausstellung 2011 des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im Zejler-Smoler-Haus. Der dortige Förderverein lud dazu ein.
Rund 100
Pilzarten hatten Herbert Schnabel, Einsatzleiter Naturwacht, und sein Kollege
Peter Ulbrich Freitag und Samstag für die Ausstellung frisch gesammelt. In den
Wäldern bei Uhyst, Klitten, Kreba-Neudorf, Mücka und Dauban fanden sie viele
Exemplare. „Wir wollen die Vielfalt der Pilzarten zeigen. Denn es gibt gerade
in unserer Region sehr verschiedene Lebensräume“, sagte Herbert Schnabel. „Das
reicht von Moor über Wald, Wiese, Heidegebiete, Weide bis zur trockenen
Sanddüne. In jedem Gebiet wachsen spezielle Pilzarten.“ Seit über zehn Jahren
ist die Ausstellung in Lohsa Tradition. Immer im Wechsel mit der Kräuterausstellung,
organisiert sie das Biosphärenreservat. Trotz genügend Wärme und Feuchtigkeit
ist 2011 ein durchwachsenes Pilzjahr. „Das mag sicher am Witterungsverlauf
liegen. Genau erklären lässt sich das nicht“, meinte Peter Ulbrich. Vor Jahren
erwarb er mit Herbert Schnabel beim Lehrgang im Pilzkundemuseum Bad Laasphe
(NRW / Kreis Siegen-Wittgen-stein) die Qualifikation zum Pilzsachverständigen.
Zwei intensive Kurse belegten sie dort. Artenkenntnis, Genießbarkeit,
Verwendbarkeit und vieles mehr über Pilze lernten sie. Heute geben sie ihr
Wissen gern bei Ausstellungen weiter. Gibt es doch stets viele Fragen. Leicht
verwechselbar sind etwa Lamellenpilze. So sieht der essbare Perlpilz dem stark
giftigen Pantherpilz sehr ähnlich. Essbare grüne Täublinge können dem tödlich
giftigen grünen Knollenblätterpilz gleichen. Leicht zu verwechseln sind echter
und falscher Pfifferling. „Da zweifelt selbst mancher Experte. Da hilft nur genaues
Ergründen“, sagte Herbert Schnabel. Verwechselbar sind auch Röhrenpilze wie der
essbare Steinpilz und Birkenpilz mit dem sehr bitteren, ungenießbaren Gallenröhrling.
Zu raten ist hierbei: nur die Pilze sammeln, die man wirklich sicher kennt.
„Wer einen Pilzberater aufsucht, sollte junge und ältere Pilze mitnehmen. Und
das im Ganzen“, rät Herbert Schnabel. Ihn selbst faszinieren Pilze schon seit
der Kindheit. Immer wieder entdeckt er neue Arten. Oder er findet bekannte Arten
nach vielen Jahren wieder. Pfifferlinge, Birkenpilze und Semmelstoppelpilze
wachsen dieses Jahr besonders gut. „Es ist wichtig, sich gut zu informieren.
Lieber fachgerechten Rat holen, als eine böse Überraschung erleben“, meinte Wolfgang
Handrick. Mit Ehefrau Silvia sucht er gern Pilze in den Wäldern bei Kotten oder
am Zigeunerbrunnen bei Commerau. Krause Glucke und Pfifferlinge essen sie am
liebsten.
Gäste wie Gudrun und Fernandes Höfner aus Hoyerswerda bereicherten Sonntag die Ausstellung. Parasole und weitere Pilze brachten sie mit. Seit Jahren sind sie leidenschaftliche Pilzsammler. Dafür fahren sie bis in die Wälder bei Bautzen und bis ins Oberland. 17 Alben mit Fotos stellten sie bereits zusammen. „Ich suche und fotografiere meist Pilze. Meine Frau dokumentiert und katalogisiert sie dann“, erzählte Fernandes Höfner stolz. Sonntag lernte er wie andere Gäste viel Neues. Zu sehen ist die Pilzausstellung noch am 13. September von 9 bis 16 Uhr.
Andreas Kirschke
Insgesamt 40 Vereinsmitglieder und Interessierte nahmen an unserer Fahrt teil. Per Bus ging es nach Görlitz zur dritten Sächsischen Landesausstellung
„Via regia. 800 Jahre Bewegung und Begegnung“.
Als „strata regia“, „Hohe Straße“, „Straße des Königs“
wurde die via regia als Handelsstraße erstmals 1252 in Meißener Quellen erwähnt. Sie verband Frankfurt am Main mit
Krakow. „Für diese rund 1.000 Kilometer hätte ein gut zu Fuß Reisender damals wohl
einen Monat gebraucht“, sagte die Historikerin Beate Löffler, die uns eine
Stunde lang durch die Ausstellung führte, und fügte hinzu: „Die via regia war
ursprünglich ein Zusammenspiel verschiedener Handelsstraßen. Sie war sozusagen
die Verknüpfung von Straßen.“ Auf der „Hohen Straße“ reiste der privilegierte
Kaufmanns-Stand. Diese Straße war in besserem Zustand als andere Straßen. Sie
war mautpflichtig und mit vergleichsweise guter Infrastruktur versehen. Die
„Niedere Straße“ wurde vom einfachen Volk genutzt. Hier gab es keine Maut zu
zahlen.
Wissenswert waren die Erläuterungen Beate Löfflers.
Archäologische Funde kann man im Untergeschoss des Kaisertrutzes bestaunen. Sie
zeigen: bereits Mitte des 13. Jahrhunderts war die via regia eine wichtige
Verkehrsachse. Sie führte mitten durch Görlitz hindurch – von der heutigen
Neißestraße über Unter- und Obermarkt bis durch den heutigen Kaisertrutz. „Der
Fernhandel war ein Luxusgeschäft“, erläuterte uns die Historikerin. „Hier
wurden besondere Artikel transportiert. Darin lag ein hohes Geschäftspotential,
jedoch auch ein hohes Geschäftsrisiko im Fall des Verlustes.“ Glas, Keramik,
Silbererz, Zinn, Kupfer, Salz und vor allem Tuch aus Leinen und Baumwolle
transportierten die Kaufleute damals auf der via regia. Das Fass diente als
Multifunktions-Verpackung. Deshalb waren Böttcher besonders gefragt, ebenso wie
die Tischler.
eine runde Bastei aus dem späten 15. Jahrhundert.
Hier "trutzte" 1641 die schwedische Besatzung den kaiserlichen Truppen und verhinderte die Eroberung der Stadt.
Görlitz profitierte sehr von der via regia. Vor allem Tuchproduktion und Tuchhandel haben die Stadt reich gemacht. Doch während die Tuchmacher meist arm blieben, profitierten die Tuchhändler umso mehr vom Geschäft. Das zeigte sich sehr am Untermarkt. Dort besaßen Tuchmacher kleinere, die Tuchhändler aber die größeren Häuser.
Auf der via regia handelten und wandelten unterschiedliche Gruppen von Personen. So gab es viele individuelle Motive, die die Menschen zum Handeln, zu Bewegung und zum Aufbruch veranlassten. Händler und Fuhrleute war mehr und mehr gezwungen, die via regia als wichtige Verbindung in Mitteleuropa zwischen West und Ost zu nutzen. Entlang der Handelsstraße entstanden später Herbergen, Schmieden, Radmachereien, Kirchen und Hospitäler. Sie machten das Unterwegssein sicherer und bequemer. Außer Kaufleuten nutzen die via regia zum Beispiel auch Könige, Kriegsherren, Ärzte, Generäle, Soldaten, Boten, Postbedienstete, Pilger, Studenten, Handwerker, Bettler, Schausteller und fahrendes Volk. Ungewollt reisten damals oft auch allerlei Krankheitserreger mit.
Immer wieder beschreibt die Ausstellung die Motive der Reisenden. Für Kurfürst August den Starken zum Beispiel war es das Streben nach Macht, Reichtum und Anerkennung, das Streben nach der polnischen Krone. Für den Görlitzer Georg Emmerich war es eine Buß-Wallfahrt. Nach einem Verhältnis mit einer Nachbarstochter hatte er sich nicht zu ihr bekannt. Heute verdanken wir Georg Emmerichs Bußreise die originale Nachbildung des Heiligen Grabes von Jerusalem mitten in Görlitz.
Unser Fazit: es war ein wissenswerter erster Einblick. Zur
Vertiefung muss man wohl mehr Zeit einplanen.
Mit dem Wetter hatten wir nicht wirklich Glück, aber ein wenig vom Görlitzer Altstadtfest konnte in der freien Zeit jeder miterleben, und die historischen Bauten in der Altstadt, wenn sie denn nicht von der Menschenmenge verdeckt waren, konnte man bewundern.
Die Chefs im Regen
Rathaus Görlitz, Treppe
Rathausuhren
Auf jeden Fall hatten wir viel Spaß!

